Chorprojekt Rutter Magnificat - Pressebericht

Das »Magnificat« von John Rutter stimmten 100 Sänger in der Liebfrauen-Kirche an. Die rund 500 Zuhörer erlebten ein Konzert der Extraklasse.

»Magnificat – Meine Seele preist die Größe des Herrn.« Eine faszinierende, ergreifende und mitreißende Botschaft kam zum Klingen, als 100 Sänger mit dem Orchester »camerata divertimento« in der Liebfrauen-Kirche das herrliche »Magnificat« von John Rutter anstimmten und die vielen Zuhörer mit hinein nahmen in jenen andachtsvollen Lobpreis Mariens, der zu den wichtigsten geistlichen Texten der Kirche gehört. 

In Achern erklang dieser Lobgesang unter der Leitung von Kantor Frank Hodapp in einem Werk, das wunderschön und anspruchsvoll zugleich war, und bei den über 500 Besuchern des Konzerts – Begrüßung Pfarrer Martin Karl – für einen Musikgenuss vom Feinsten sorgte. 

magnificat

Wer zum ersten Mal ein Konzert der »Fautenbacher Chöre« mit dem Jugendchor »Unterwegs«, Junger Chor und Kirchenchor besuchte, traute seinen Augen und Ohren nicht, was er sah und hörte. Das war ganz große kirchenmusikalische Kunst »zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gläubigen«, wie sie in der hiesigen Region mit einem Chor aus 100 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nicht oft zu hören ist. Neben der hohen gesanglichen und musikalischen Qualität in professioneller Manier war das Konzert mit dem Orchester »camerata divertimento« (Konzertmeister Jörg Werner) sowie den Solisten Judith Ritter (Mezzo-Sopran) und Stephanie Kopf (Harfe) vor allem auch ein geistliches Erlebnis, bei dem in vielfältigen Facetten die »Melodie Gottes« zum Klingen kam und deutlich wurde, was der Kirchenlehrer Augustinus einst treffend ausdrückte: »Wer schön singt, betet doppelt.«

Mit Klängen wie aus einer anderen, himmlischen Welt eröffnete das Orchester mit dem Jugendchor und Jungen Chor und dem »Magnificat« von Ralph Vaughan Williams das Konzert. Aus der Fülle an Kompositionen über dieses »Magnificat« wählte Frank Hodapp eine Fassung aus, die geprägt war von einer mystischen, feinfühligen Gestimmtheit einer Person, die wie Maria ganz innig zu Gott betete. Es brauchte einige Takte, bis sich die Zuhörer in die Melodien hinein hörten, dann entfaltete es mit dem feinen, emotionalen Gesang des Chores und dem vorzüglichen, nuancierten und ausdrucksstarken Gesang der Solistin Judith Ritter ihre volle Pracht. Gerade in dem »Wechselgesang« von Chor und Solistin wurde die innere Ergriffenheit des »Magnificat« spürbar, mit dem Maria ihr »Ja« zu Gott sagte, den Retter der Welt zu gebären. 

»Instrument der Engel«

Lyrisch, verträumt, fröhlich – eben typisch John Rutter – waren die Melodien der »Suite lyrique«, die mit dem glänzenden disponierten Orchester und der virtuosen Solistin Stephanie Kopf am »Instrument der Engel« für einen weiteren Höhepunkt sorgte. Die sechs Sätze mit Klangfacetten wie Arie, Walzer, Chanson und einem gewissen Hauch von Jazz wurden im feinen und niveauvollen Spiel herausgearbeitet, ein Genuss waren die wundervollen Harfenklänge der famosen Solistin.     

Zum Finale erklang das 40-minütige »Magnicifat« mit sieben Sätzen (Solistin Judith Ritter), wobei bei diesem Werk deutlich wurde, welch großartige Arbeit Frank Hodapp  leistet. »Mitmachen macht glücklich« stand auf einem der Flyer und wer alle Aufführende und deren Begeisterung erlebte, der weiß, warum. Homogenität, Klarheit und Dynamik prägten die gesangliche Leistung des Chores und es machte richtig viel Spaß zu sehen, wie sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu einem harmonischen Klangkörper von allerfeinster Qualität formten. 

Die tollen Komplimente des Vorsitzenden Albrecht Längle und die stehenden Ovationen der Gäste sprachen für sich und ein himmlisch schönes Konzert, das noch lange nachklingen wird.   

baden online, Autor: Roland Spether

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