Großes Kino mit Petticoats und Pferdeschwänzen

Junger Chor Fautenbach feiert Premieren-Erfolg mit dem Musical „Grease“ / Aus der Not eine Tugend gemacht

Achern. Drei Jahre nach „Hair“ feierte der Junge Chor Fautenbach mit „Grease“ erneut eine mit tosenden Applaus bedachte Musicalpremiere. Gleichzeitig gelang mit der Aufführung ein furioser Auftakt in die neue „gong“-Kultursaison.

Der gesperrten Heckel-Fabrik wurde gekonnt Paroli geboten. Die Turn- und Festhalle Fautenbachs wirkte wie auf den Kopf gestellt. 400 Besucher fasst jetzt die volle Breitseite der aufsteigend bestuhlten und besten Sehkomfort bietende Arena. Dafür hat sich der Verein die Bühne gespart, werden wohl die Neunmalklugen vor der Vorstellung getuschelt haben.

Gespart? Von wegen, Regisseur Oliver Lange machte in seiner mitreißenden Inszenierung aus jeder Not eine Tugend. Als Bühne wird der gesamte Hallenboden vor den Zuschauerrängen genutzt und dadurch riesig viel Platz für die tollen Choreografien gewonnen. Jeder weiß, dass hinter den großen Zugtüren Geräte für den Turnunterricht zu finden sind. Ob Kasten, Barren oder Sprungbrett, Lange konnte alles gebrauchen und als sinnstiftendes Bühnenelement integrieren. Da wunderte es am Ende niemand, dass in Fautenbach anstatt eines chromblitzenden US-Oldies, der in fast jeder Grease-Inszenierung protzig in der Bühnenmitte funkelt, ein vollbepackter oder als Liebeslaube für das Autokino gestylter (Turn-)Matten-Wagen auserkoren wurde. Dabei hat Langes Modell gegenüber den dekorativen „Stehmobilen“ den entscheidenden Vorteil, dass es sogar abgasfrei durch die Halle kurven kann. Darüber hinaus verbergen manche Türen eine besondere Überraschung. Die Bühnengestalter der Schülerakademie Kunst des Gymnasiums verwandelten die tristen Abstellräume in aparte Schmuckkästchen mit einem authentisch pittoresk gestalteten Innenleben. Mehr soll den Besuchern der beiden am Wochenende noch bevorstehenden Aufführungen an dieser Stelle nicht verraten werden. Auch über „Grease“ gibt es nicht viel zu erzählen. Fast jeder kennt die erfolgreichste Musical-Verfilmung aller Zeiten.

Sich mit Olivia Newton und John Travolta zu messen verlangt viel Mut. Katharina Mark (Sandy), und Maximilian Vollmer (Danny) entwickelten ihren eigenen Stil der rundherum bezauberte. Der „coole“, harte und doch so wachsweiche Danny und seine vom Pfeil Amors tief ins Herz getroffene und sich von der „Unschuld vom Lande“ zum „Vamp“ mausernde Sandy, sind jedoch nur zwei der vielen Stars des Stücks. So hat zum Beispiel der souveräne Daniel Schmiederer, nur eine Nebenrolle als „graue Maus“, die er jedoch gr.01 bravourös zu meistern weiß.gr.16 Großes Kino bieten die abwechslungsreichen Charaktere des Danny-Clans zu dem Maximilian Schreiber, Gabriel Charenton, Yannick Daferner und Johannes Seifert gehören.Bei den Mädchen wurden Carmen Fahlbusch die Pointen auf den Leib geschrieben. Emmeline Charenton, Anna Stenger und die grandiose Cha-Cha-Queen Merle Dalichow wissen ebenso einfallsreich zu glänzen.

gr.10

gr.03

Die Tanzleistung des 31-köpfigen Ensembles ist beachtlich. Kenner der Bühnenarbeit wissen, dass die spritzige Selbstvergessenheit des Ensembles auf harter Arbeit beruht. Petticoats, Pferdeschwänze und Pomadenlocken flogen im Rhythmus der Musik, während die rockigen von der hochkarätig besetzten Band mit viel instrumentalen Pfeffer begleiteten Popsongs für nostalgische Rückenschauer sorgten.   gr.07

Dass der Junge Chor und seine Hauptdarsteller ausgezeichnet singen können steht gänzlich außer Frage. Kantor Frank Hodapp kann sehr stolz auf seine Truppe sein.

 

Bericht im ABB von Wolfgang Winter

 

 

 

Kommentare sind geschlossen.