Kinder- und Jugendchor Unterwegs: "König Keks" begeistert

Kindermusical sorgt in Fautenbach für lang anhaltende, stehende Ovationen

Rasante Choreographien, faszinierende Rhythmen und tolle musikalisch-schauspielerische Leistungen gab es bei der Premiere des Kindermusicals »König Keks« des Kinder- und Jugendchors Unterwegs in der nahezu bis auf den letzten Platz besetzten Sport- und Festhalle. 

König Keks

Wuselnde Gummibären und ­adrette Salzstangen, ein »böses Brösel« und der sagenumwobene Baumkuchenwald gehören ebenso wie zwei Hofstaaten zu der Geschichte, die Peter Schindler frei nach William Shakespeares »Romeo und Julia« in Noten und eine kind- und familiengerecht spannende Geschichte um »König Keks« gebracht hat. Ob Versöhnung zwischen vermeintlichen Gegensätzen wie »süß« und »sauer« überhaupt möglich ist, stellt sich als grundlegendes zeitloses und durchaus hochaktuelles Thema. Regisseurin Katharina Weege (Straßburg) und Choreograph Felix Grüning (Stuttgart) lieferte »König Keks« beste Grundlagen für eine durchweg starke Inszenierung mit vielen pfiffigen Szenen, feinen Dialoge und gefühlvoll gesungenen, getanzten und gespielten Songs.

Tolles Gesamtteam
Gratulieren kann man dem Kinder- und Jugendchor und Gesamtverantwortlichen Frank Hodapp. 84 Sängerinnen und Sänger boten im Gesamtteam Herausragendes, das Langzeitprojekt Musiktheater erhielt an diesem Abend ein neues spritziges Glanzlicht. 
Hendrik Münchenberg gab einen bei allen Sorgen um Sohn und Königreich souveränen und starken »König Keks«. Jonathan Huber glänzte als verliebter Prinz Nougat und Aaron Cazzonelli erhielt als flotter Diener »Gelatino« zu Recht vielfachen Szenenapplaus. Franziska Gutmann, mitreißende »Baroness Oliva Pfefferkorn«, begeisterte als zunächst verbotene Geliebte des Prinzen. Der Prinz aus Krokantien und die Prinzessin von den verfeindeten Chilli-Inseln brachten die »Moral« durcheinander und leiteten mit quicklebendigen und dann doch mutigen Gummibärchen und schlauen Salzstangen ein Happy End ein, das manchem Besucher auch Tränen der Rührung in die Augen zu treiben vermochte und am Ende auch die vergeblich werbenden Gräfinnen (Madlen Armbruster, Sina Hilß und Hannah Stiebitz), Ritter (Marvin Steurer), Baron (Jonathan Huber) und Sultan »Curry« (Hendrick Münchenberg) glücklich werden ließen. Als »böses Brösel« wusste Leonie Schmidt eine weitere Schlüsselrolle begeisternd auszuspielen.
Unter Gesamtleitung von Kantor Frank Hodapp mit dem von Marsch und Walzer bis zum »Krokantien-Cha-Cha« immer wendigen Ensemble aus Jörg Werner, Jan Münchenberg (beide Violine), Wolfgang Joho (Viola), Anna Münchenberg (Cello), Peter Fenchel (Kontrabass), Christa Ams (Querflöte), Maren Ell (Saxophon), Thomas Neuberth (Trompete), Andreas Rauber (Posaune) und Michael Huber (Schlagzeug) zeigten sich die Kinder und Jugendlichen allesamt als junge Meister des Musiktheaters. 
Noch zweimal werden »König Keks« mit seiner Königin Vanilla (Lea Jörger) und »Baron Pfefferkorn« (Jakob Bohnert) mit Baronin Spaghetta (Franziska Jörger) mit ihrem Anhang am kommenden Wochenende im bis ins letzte Detail liebevoll und aufwendig gestalteten Ambiente in der Fautenbacher Festhalle Hof halten. Das hingerissene Publikum dankte am Ende knapp zehn Minuten lang mit stehendem Applaus.

Autor: Michael Karle

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