Summer of ´85

Acher- und Bühler Bote 07.09.2019, Achern-Fautenbach, Wolfgang Winter

Junger Chor Fautenbach legt mit Musical „Summer of ’85“ eine Glanzleistung hin!

 

 

Das Musical „Summer of ’85“ hat am Donnerstag in der ausverkauften Fautenbacher Festhalle Premiere gefeiert. Die temporeiche Show des Jungen Chors Fautenbach riss das Publikum am Ende der Vorstellung von den Sitzen, hatte sich doch das tolle Ensemble den tosenden Schlussapplaus mit einer spektakulären Glanzleistung zu Recht verdient.
 Die im Tagesbetrieb eher dröge Turnhalle wurde von den Fautenbachern in eine von allen Plätzen beste Sichtmöglichkeiten bietende „Music-Hall“ verwandelt. Die minimalistische Bühnenausstattung reichte völlig aus, um die Schauplätze der reibungslos ablaufenden Szenenfolge begreiflich zu machen. Schließlich benötigte das rund 50-köpfige Ensemble jeden Quadratmeter der großflächigen, von 30 Scheinwerfern bestens ins Licht gesetzten Showarena, um ihre furiosen Tanzszenen präsentieren zu können. Häufig erschien es wie ein Wunder, dass die mitreißenden Massenchoreographien von den kreuz und quer zum Teil artistisch durch die Halle wirbelnden Darsteller bewerkstelligt wurden, ohne empfindlich zusammenzurasseln. Die authentisch wirkende Geschichte der musikalischen Zeitreise ist eng mit dem Schicksal ihrer Protagonisten verknüpft. Laura (Amira Vollmer) muss ihre Töchter, die pubertierende Sara (Helen Müller) und Nesthäkchen Leonie (Sarah Hodapp), allein erziehen. Ehemann Julian (Markus Fallert), der Inhaber einer Tanzschule, erlebt mit der jungen Tanzlehrerin Lu (Hannah Stiebitz) seinen zweiten Frühling und wurde daher von seiner Frau vor die Tür gesetzt. Tochter Sara übt in Vaters Tanzschule mit ihrem Freund Luca (Jonathan Schindler) für die große Retro-Show „Summer of ’85“ und muss sich daneben mit Herausforderungen der jungen Liebe auseinandersetzen.
Ihre ausgeflippten Ratgeberinnen Rose (Amelie Schwab) und Anna (Annika Marx) tragen mit ihrem esoterischen Firlefanz zusätzlich zur Verwirrung bei. In weiteren Hauptrollen sind außerdem Saras beste Freundin Elena (Elena Genter) und Tanzlehrer Clément (Raphael Stiebitz) zu sehen. Es wäre ein Fehler, aus dem überzeugend besetzten zehnköpfigen Ensemble einzelne Darsteller hervorzuheben, gaben sie doch alle gesanglich, tänzerisch und schauspielerisch ihr Bestes. Auch die sieben bravourös agierenden Tanzschüler (Lina Hartwig, Ekaterina Volkova, Milena Armbruster, Clara Börger Camacho, Martin Längle, Daniel Schmiederer und Moritz Schindler) konnten sich stolz im begeisterten Szenenapplaus des Publikums sonnen.
 Dass daneben 28 weitere Sänger und Tänzer mit viel Talent selbstbewusst und voller Verve wirkten, beweist, wie breit aufgestellt sich der Junge Chor Fautenbach auch in seiner neusten Produktion präsentieren kann. Wie immer hat der Erfolg viele Mütter und Väter. Allen voran Gesamtleiter Frank Hodapp, dessen neunköpfige Musical-Band dem virtuos geknüpften musikalischen Teppich lieferten, auf dem die Erfolgshits der Show von „Like A Virgin“ über „Girls Just Wanna Have Fun“, dem Gänsehaut machenden Song „I Will Survive“ bis „Walking On Sunshine“ rasant in Szene gesetzt werden konnten.
 Regisseurin Carla Wierer und Choreograph Lubi Kampanow bearbeiteten die Originalvorlage sinnvoll. Ihr kräftig sprudelnder Einfallsreichtum machte das zweistündige Stück für die Zuschauer zu einer Quelle des Vergnügens. Stimmbildnerin Angela Wiedemer gebührt ebenso ein hohes Lob wie Sebastian Meyer der für eine stimmungsvolle Beleuchtung und eine pannenfreie Tontechnik sorgte. 

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